Flügel nach Louis Dulcken, München 

(Original von 1815, 2,30 m, im Deutschen Museum München)
Kopie von Neupert ca. 1985, verändert von
Markus Fischinger 2009

Tonumfang FF -f4,
Wiener Mechanik, Hammerköpfe mit Leder, 3 Pedale

Louis Dulcken entstammte einer traditionsreichen Instrumentenbauer-Familie. Schon sein in Antwerpen und Brüssel tätiger Großvater Joannes Daniel Dulcken galt nach zeitgenössischem Urteil als der „beste Cembalobauer in der Nachfolge der drei Ruckers“.  

Der 1761 in Amsterdam geborene Enkel Johan Lodewijk Dulcken ließ sich 1780 unter dem Namen Louis Dulcken in München nieder, wo er bereits 1782 zum „mechanischen Hofklaviermacher“ avancierte und im Laufe seines rund 50jährigen Schaffens zu hohem Ansehen im In- und Ausland kam. Seine Instrumente gingen u.a. an den Kaiserhof nach Wien und nach St. Petersburg; Kaiserin Josephine von Frankreich erwarb drei Flügel bei ihm. Dulcken beendete 1831 seine berufliche Tätigkeit; 1836 starb er in München.

Unser Flügel wurde wie beim Originalinstrument (z.B. im Deutschen Museum in München) mit einem "Staubboden" oder "Klangboden" versehen. Das Material dafür ist Resonanzbodenholz, diese Einrichtung macht den Klang des Flügels etwas weicher und wärmer. Viele Instrumente in Wien (Nannette Streicher, Rosenberger) und auch in Paris (Érard, Pleyel) wurden zwischen 1810 und 1850 so ausgestattet.